Dolomiten Weltkrieg – Festungen als Mahnmal des Friedens

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Trentino & Dolomiten Weltkrieg – das ehemalige Grenzgebiet Trentino ist ein „Park der Erinnerung“

Der Geschichte des Ersten Weltkriegs begegnet man im Trentino fast überall. Inmitten unbändiger Naturschauspiele befinden sich 80 mächtige Festungswerke und hunderte Kilometer Schützengräben aus der Zeit des österreichisch-ungarischen Imperiums. Dort, wo vor hundert Jahren die erbitterten Kämpfe des Ersten Weltkriegs stattfanden, bilden heute die stummen Zeugen des Krieges einen „Park der Erinnerung“ und mahnen zum Frieden sowie zur Völkerverständigung. Ein Besuch der drei jüngst restaurierten Festungen Pozzacchio, Colle delle Benne und Corno bietet eine kostbare Gelegenheit, dem friedlichen Zusammenleben der Völker zu gedenken.

Auch wenn die Frontlinie des Trentino nicht für den Ausgang des Kriegs ausschlaggebend war, so kämpften viele europäische Soldaten in diesen Schützengräben und die Schauplätze des Krieges wurden gleichzeitig Orte der Brüderlichkeit. Heute setzt sich das Trentino für die Aufarbeitung dieser dramatischen Periode seiner Geschichte ein und entwickelt sich zu einer dynamischen Gedenkstätte, wo Völkergemeinschaft und Erinnerung miteinander im Dialog stehen. Seit vielen Jahren investiert das Trentino in die Restaurierung der Wehranlagen und gleicht einem riesigen Freilichtmuseum. Im „Park der Erinnerung“, entlang der ehemaligen Frontlinie von den Brenta-Dolomiten über den Lago di Garda bis zur Marmolada, liegen heute 19 Museen, unzählige Schützengräben und Tunnels. Dank der intensiven Restaurierungsarbeiten können ab diesem Sommer auch die Festungen Pozzacchio, Colle delle Benne und Corno besichtigt werden. Alle Werke sind unter historischen und architektonischen Gesichtspunkten gleichermaßen interessant.

Inmitten unbändiger Naturschauspiele befinden sich 80 mächtige Festungswerke und hunderte Kilometer Schützengräben

Der Geschichte des Ersten Weltkriegs begegnet man im Trentino fast überall (c) Trentino Marketing Bezzi

Die Geschichte Weltkrieg – über die ganze Region verteilt

Das Werk Valmorbia oder Forte Pozzacchio im Vallarsa zu Füßen des Pasubio ist zum großen Teil in den Fels gehauen und war das letzte begonnene Festungswerk an der österreichisch-ungarischen Grenze zu Italien. Die Anlage ist heute über eine spektakuläre Militärstraße ab dem Dorf Pozzacchio zugänglich. Rund 600 Meter über dem Lago di Levico im Valsugana liegt das Forte Colle delle Benne. Es wurde zwischen 1880 und 1882 erbaut und hatte gemeinsam mit dem Forte Tenna die Kontrolle über das Valsugana und Trento.

Multimediale Installationen

Südlich der Ortschaft Levico Terme und des Lago di Caldonazzo liegt das Werk Gschwent, auch als Forte Belvedere bekannt. Es war eines von insgesamt sieben Sperrwerken des österreichisch-ungarischen Festungsriegels am Rand der Hochebenen der Gemeinden Folgaria, Lavarone und Luserna. Es wurde so weit wie möglich originalgetreu instand gesetzt und beherbergt heute ein Museum. Dort können Besucher dank der multimedialen Installationen in das Leben der Soldaten eintauchen. Sehr gut erhalten ist außerdem das Forte Corno, das auf einem Felsausläufer auf 1.068 Metern im Valle del Chiese (Judicarien) liegt und zur Sperrgruppe Lardaro gehörte. In seinen 58 Räumen, von denen viele hervorragend erhalten sind, fanden bis zu 160 Soldaten Platz.

Dolomiten Weltkrieg

Mulitmediales Museum zur Geschichte des 1. Weltkriegs (c) Trentino Marketing, Pio Geminiani

Museum Weltkrieg – spektakuläre Ausblicke

Zu den ältesten Wehranlagen gehört das Forte Strino im Val di Sole, das auf 1.500 Metern direkt an der Tonale-Passstraße liegt. Es war eins von insgesamt vier Sperrwerken (Tonale, Presanella, Pejo) der Tonale-Sperrgruppe. Das Werk, gebaut im 19. Jahrhundert, wurde bei Kriegsausbruch nur noch als Unterkunft genutzt, denn es entsprach nicht mehr den damaligen Anforderungen. Heute ist das Forte Strino vor allem wegen seiner beeindruckenden Panoramalage berühmt. Ebenfalls als Truppenunterkunft während des Krieges diente die Nordbatterie Monte Brione mit Blick auf den Lago di Garda. Sie gehörte wie die Mittelbatterie und das Forte Garda zur Sperrgruppe Monte Brione und ist heute stark verfallen. Die Mittelbatterie hingegen ist in großen Teilen erhalten geblieben und lohnt einen Besuch.

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Dolomiten Weltkrieg - der Erste Weltkrieg hat im Trentino zahllose Spuren hinterlassen, ja das Land ist heute ein wahres Museum unter freiem Himmel. Dank umfassender Restaurierungen hat der Besucher hier Gelegenheit, einzigartige historische Güter zu entdecken, zu verstehen und zu durchdenken. Hunderte Kilometer Saumpfade und Schützengräben, Dutzende Bollwerke und Festungen, Stellungen, Tunnels und Barackenlager in schwer zugänglichen Gletscherzonen, Soldatenfriedhöfe, und dazu kleine und große, dem Netz Trentino Grande Guerra (trentinograndeguerra.it), angeschlossene Museen, aber auch multimediale Installationen, um den Alltag der Soldaten zu neuem Leben zu erwecken.

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